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Elastischer-Stoß-Rechner

Simulieren Sie elastische Stöße in einer Dimension, berechnen Sie die Endgeschwindigkeiten und überprüfen Sie Impuls- und Energieerhaltung mit schrittweiser Herleitung und interaktiver Animation.

v1=(m1m2)v1+2m2v2m1+m2v_1' = \frac{(m_1 - m_2)v_1 + 2m_2 v_2}{m_1 + m_2}

Simulieren Sie elastische Stöße in 1D, berechnen Sie die Endgeschwindigkeiten und prüfen Sie das Ergebnis mit einer schrittweisen Herleitung.

Simulator für elastische Stöße

Geben Sie Massen und Geschwindigkeiten ein, um einen elastischen 1D-Stoß zu simulieren.

Vorzeichenkonvention: positiv (+) = nach rechts →, negativ (−) = nach links ←
kg
kg
m/s
m/s

In dieser Frontalkonfiguration muss v₂ negativ sein (nach links); das Minuszeichen wird automatisch gesetzt.

Ausgangssituation

Positionen vor dem Stoß, Größen und Geschwindigkeitsvektoren werden während der Eingabe aktualisiert.

12v₁ = 3 m/sv₂ = -1 m/sm₁ = 2 kgm₂ = 1 kg

Stoßsimulation

Beobachten Sie den Stoßverlauf – die Geschwindigkeiten ändern sich im Moment des Aufpralls.

12v₁ = 3 m/sv₂ = -1 m/s

Schritt-für-Schritt-Lösung

Von den Erhaltungssätzen bis zum Zahlenwert ist die gesamte Herleitung nachvollziehbar.

Schritt 1: Erhaltungssa¨tze\textbf{Schritt 1: Erhaltungssätze}
1
Impulserhaltung: m1v1+m2v2=m1v1+m2v2\text{Impulserhaltung: } m_1 v_1 + m_2 v_2 = m_1 v_1\prime + m_2 v_2\prime
2
Erhaltung der kinetischen Energie: 12m1v12+12m2v22=12m1v12+12m2v22\text{Erhaltung der kinetischen Energie: } \tfrac{1}{2}m_1 v_1^2 + \tfrac{1}{2}m_2 v_2^2 = \tfrac{1}{2}m_1 v_1\prime^2 + \tfrac{1}{2}m_2 v_2\prime^2
Schritt 2: Bekannte Werte einsetzen\textbf{Schritt 2: Bekannte Werte einsetzen}
4
(2)(3)+(1)(1)=(2)v1+(1)v2(2)(3) + (1)(-1) = (2)v_1\prime + (1)v_2\prime
5
6+1=2v1+1v26 + -1 = 2\,v_1\prime + 1\,v_2\prime
6
5=2v1+1v2(1)5 = 2\,v_1\prime + 1\,v_2\prime \quad \cdots (1)
7
12(2)(3)2+12(1)(1)2=12(2)v12+12(1)v22\tfrac{1}{2}(2)(3)^2 + \tfrac{1}{2}(1)(-1)^2 = \tfrac{1}{2}(2)v_1\prime^2 + \tfrac{1}{2}(1)v_2\prime^2
8
9.5=12(2)v12+12(1)v22(2)9.5 = \tfrac{1}{2}(2)v_1\prime^2 + \tfrac{1}{2}(1)v_2\prime^2 \quad \cdots (2)
Schritt 3: Hergeleitete Formeln anwenden\textbf{Schritt 3: Hergeleitete Formeln anwenden}
10
v1=(m1m2)v1+2m2v2m1+m2v_1\prime = \frac{(m_1 - m_2)\,v_1 + 2m_2\,v_2}{m_1 + m_2}
11
v2=(m2m1)v2+2m1v1m1+m2v_2\prime = \frac{(m_2 - m_1)\,v_2 + 2m_1\,v_1}{m_1 + m_2}
Schritt 4: Endgeschwindigkeiten berechnen\textbf{Schritt 4: Endgeschwindigkeiten berechnen}
13
v1=(21)(3)+2(1)(1)2+1v_1\prime = \frac{(2 - 1)(3) + 2(1)(-1)}{2 + 1}
14
v1=3+23=13v_1\prime = \frac{3 + -2}{3} = \frac{1}{3}
15
v1=0.3333 m/s\boxed{v_1\prime = 0.3333 \text{ m/s}}
16
v2=(12)(1)+2(2)(3)2+1v_2\prime = \frac{(1 - 2)(-1) + 2(2)(3)}{2 + 1}
17
v2=1+123=133v_2\prime = \frac{1 + 12}{3} = \frac{13}{3}
18
v2=4.3333 m/s\boxed{v_2\prime = 4.3333 \text{ m/s}}
Schritt 5: Erhaltungssa¨tze u¨berpru¨fen\textbf{Schritt 5: Erhaltungssätze überprüfen}
20
Gesamtimpuls vor dem Stoß: 5  kgm/s\text{Gesamtimpuls vor dem Stoß: } 5\;\mathrm{kg\cdot m/s}
21
Gesamtimpuls nach dem Stoß: 2×0.3333+1×4.3333=5  kgm/s\text{Gesamtimpuls nach dem Stoß: } 2 \times 0.3333 + 1 \times 4.3333 = 5\;\mathrm{kg\cdot m/s} \quad \checkmark
22
Gesamte kinetische Energie vor dem Stoß: 9.5  J\text{Gesamte kinetische Energie vor dem Stoß: } 9.5\;\mathrm{J}
23
Gesamte kinetische Energie nach dem Stoß: 12(2)(0.3333)2+12(1)(4.3333)2=9.5  J\text{Gesamte kinetische Energie nach dem Stoß: } \tfrac{1}{2}(2)(0.3333)^2 + \tfrac{1}{2}(1)(4.3333)^2 = 9.5\;\mathrm{J} \quad \checkmark

Ergebnisübersicht

Alle wichtigen Stoßgrößen auf einen Blick.

Ein Objekt mit 2 kg und 3 m/s stößt mit einem Objekt mit 1 kg und -1 m/s zusammen. Nach dem elastischen Stoß bewegt sich Objekt 1 mit 0.3333 m/s (→) und Objekt 2 mit 4.3333 m/s (→).

Masse von Objekt 1
2 kg
Masse von Objekt 2
1 kg
Anfangsgeschwindigkeit von Objekt 1
3 m/s
Anfangsgeschwindigkeit von Objekt 2
-1 m/s
Endgeschwindigkeit von Objekt 1
0.3333 → m/s
Endgeschwindigkeit von Objekt 2
4.3333 → m/s
Gesamtimpuls (vorher)
5 kg·m/s
Gesamtimpuls (nachher)
5 kg·m/s
Gesamte kinetische Energie (vorher)
9.5 J
Gesamte kinetische Energie (nachher)
9.5 J

Elastische Stöße: die Physik perfekter Abpraller

Was ist ein elastischer Stoß?

Ein elastischer Stoß ist ein Stoß, bei dem sowohl der Impuls als auch die kinetische Energie erhalten bleiben. Anders als bei unelastischen Stößen, bei denen ein Teil der kinetischen Energie in Wärme, Schall oder Verformung übergeht, bleibt bei einem elastischen Stoß die gesamte kinetische Energie des Systems vor und nach dem Aufprall erhalten.

In einer Dimension lauten die beiden grundlegenden Gleichungen:

m1v1+m2v2=m1v1+m2v2(Impulserhaltung)m_1 v_1 + m_2 v_2 = m_1 v_1' + m_2 v_2' \quad \text{(Impulserhaltung)}
12m1v12+12m2v22=12m1v12+12m2v22(Erhaltung der kinetischen Energie)\tfrac{1}{2}m_1 v_1^2 + \tfrac{1}{2}m_2 v_2^2 = \tfrac{1}{2}m_1 v_1'^2 + \tfrac{1}{2}m_2 v_2'^2 \quad \text{(Erhaltung der kinetischen Energie)}

Elastische und unelastische Stöße im Vergleich

EigenschaftElastischUnelastisch
Impuls erhalten?JaJa
Kinetische Energie erhalten?JaNein
Bleiben die Objekte zusammen?NeinManchmal (vollkommen unelastisch)
Beispiel aus der PraxisBillardkugeln, atomare KollisionenAutounfälle, Knetkugeln

In der Praxis sind vollkommen elastische Stöße eine Idealisierung. Viele reale Stöße liegen diesem Fall aber sehr nahe, insbesondere zwischen harten Objekten wie Billardkugeln oder zwischen Atomen und Molekülen.


Herleitung der Endgeschwindigkeitsformeln

Aus den beiden Erhaltungssätzen lassen sich geschlossene Ausdrücke für die Endgeschwindigkeiten v1v_1' und v2v_2' ableiten.

Das Gleichungssystem aufstellen

Für zwei Objekte mit den Massen m1m_1 und m2m_2 sowie den Anfangsgeschwindigkeiten v1v_1 und v2v_2 gilt:

m1v1+m2v2=m1v1+m2v2(1)m_1 v_1 + m_2 v_2 = m_1 v_1' + m_2 v_2' \quad \cdots (1)
12m1v12+12m2v22=12m1v12+12m2v22(2)\tfrac{1}{2}m_1 v_1^2 + \tfrac{1}{2}m_2 v_2^2 = \tfrac{1}{2}m_1 v_1'^2 + \tfrac{1}{2}m_2 v_2'^2 \quad \cdots (2)

Das System lösen

Umgestellt nach Gleichung (1):

m1(v1v1)=m2(v2v2)(1)m_1(v_1 - v_1') = m_2(v_2' - v_2) \quad \cdots (1')

Umgestellt nach Gleichung (2) und nach Kürzen der Faktoren 12\tfrac{1}{2}:

m1(v12v12)=m2(v22v22)m_1(v_1^2 - v_1'^2) = m_2(v_2'^2 - v_2^2)

Durch Faktorisieren beider Seiten als Differenz von Quadraten:

m1(v1v1)(v1+v1)=m2(v2v2)(v2+v2)(2)m_1(v_1 - v_1')(v_1 + v_1') = m_2(v_2' - v_2)(v_2' + v_2) \quad \cdots (2')

Teilt man Gleichung (2') durch Gleichung (1') (unter der Annahme v1v1v_1 \neq v_1' und v2v2v_2' \neq v_2), erhält man:

v1+v1=v2+v2v_1 + v_1' = v_2' + v_2

Das bedeutet: Die relative Annäherungsgeschwindigkeit ist gleich der negativen relativen Trennungsgeschwindigkeit:

v1v2=(v1v2)v_1 - v_2 = -(v_1' - v_2')

Kombiniert man dieses Ergebnis mit Gleichung (1) und löst nach v1v_1' und v2v_2' auf, folgt:

v1=(m1m2)v1+2m2v2m1+m2\boxed{v_1' = \frac{(m_1 - m_2)\,v_1 + 2m_2\,v_2}{m_1 + m_2}}
v2=(m2m1)v2+2m1v1m1+m2\boxed{v_2' = \frac{(m_2 - m_1)\,v_2 + 2m_1\,v_1}{m_1 + m_2}}

Sonderfälle und anschauliche Intuition

Gleiche Massen (m1=m2m_1 = m_2)

Haben beide Objekte dieselbe Masse, vereinfachen sich die Formeln stark:

v1=v2,v2=v1v_1' = v_2, \quad v_2' = v_1

Die Objekte tauschen ihre Geschwindigkeiten vollständig aus. Genau das sieht man bei der Newtonschen Wiege: Trifft eine Kugel auf eine Reihe identischer Kugeln, fliegt die letzte Kugel mit nahezu derselben Geschwindigkeit davon.

Ein Objekt ruht (v2=0v_2 = 0)

Ist das zweite Objekt anfangs in Ruhe:

v1=m1m2m1+m2v1,v2=2m1m1+m2v1v_1' = \frac{m_1 - m_2}{m_1 + m_2}\,v_1, \quad v_2' = \frac{2m_1}{m_1 + m_2}\,v_1

Wenn m1=m2m_1 = m_2, kommt das bewegte Objekt vollständig zum Stillstand und überträgt seine Bewegung komplett auf das zweite Objekt.

Ein Objekt ist viel schwerer (m1m2m_1 \gg m_2)

Wenn ein sehr schweres Objekt mit einem sehr leichten kollidiert:

  • ändert das schwere Objekt seine Geschwindigkeit kaum: v1v1v_1' \approx v_1
  • wird das leichte Objekt deutlich zurückgeschleudert: v22v1v2v_2' \approx 2v_1 - v_2

Man kann sich das wie eine Bowlingkugel vorstellen, die einen Tennisball trifft: Die Bowlingkugel merkt fast nichts, während der Tennisball weit davonfliegt.

Frontalstoß versus gleiche Bewegungsrichtung

  • Frontalstoß (die Objekte bewegen sich aufeinander zu): Die Kollision ist ausgeprägter und die Geschwindigkeitsänderungen sind meist größer.
  • Gleiche Richtung (ein schnelleres Objekt holt ein langsameres ein): Die Änderungen sind kleiner, weil weniger relative kinetische Energie ausgetauscht wird.

Beispiele aus der Praxis

Auch wenn makroskopische Stöße nie perfekt elastisch sind, kommen einige Situationen diesem Ideal sehr nahe:

  1. Billardkugeln: Harte, glatte Oberflächen sorgen für nur geringe Energieverluste.
  2. Newtonsche Wiege: Das bekannte Schreibtischspielzeug zeigt die Prinzipien elastischer Stöße besonders anschaulich.
  3. Atomare und molekulare Kollisionen: Auf mikroskopischer Ebene sind Zusammenstöße zwischen Gasmolekülen nahezu elastisch, was eine Grundannahme der kinetischen Gastheorie ist.
  4. Teilchenphysik: Kollisionen in Beschleunigern werden oft mithilfe elastischer und unelastischer Stoßmodelle analysiert.

So verwenden Sie diesen Rechner

  1. Geben Sie die Massen beider Objekte in Kilogramm ein. Beide müssen positiv sein.
  2. Geben Sie die Anfangsgeschwindigkeiten in Metern pro Sekunde ein. Verwenden Sie die Vorzeichenkonvention: positiv bedeutet nach rechts (\rightarrow), negativ nach links (\leftarrow).
  3. Prüfen Sie das Anfangsdiagramm, um sicherzustellen, dass die Konfiguration zu Ihrer Aufgabe passt.
  4. Klicken Sie auf Starten, um die Stoßanimation abzuspielen. Die Geschwindigkeitsvektoren werden im Moment des Aufpralls aktualisiert.
  5. Lesen Sie die Schritt-für-Schritt-Lösung, um die vollständige Herleitung mit Ihren konkreten Zahlen nachzuvollziehen.
  6. Sehen Sie sich die Ergebnisübersicht an, um alle Ein- und Ausgabewerte schnell zu erfassen.

Interpretation der Ergebnisse

  • Eine positive Endgeschwindigkeit bedeutet, dass sich das Objekt nach dem Stoß nach rechts bewegt.
  • Eine negative Endgeschwindigkeit bedeutet, dass sich das Objekt nach links bewegt.
  • Der Gesamtimpuls vor und nach dem Stoß sollte identisch sein (bis auf Rundungsfehler).
  • Auch die gesamte kinetische Energie vor und nach dem Stoß sollte übereinstimmen. Das bestätigt den elastischen Stoß.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es in der Realität vollkommen elastische Stöße?

Streng genommen nein. Jeder makroskopische Stoß wandelt einen kleinen Teil der kinetischen Energie in Schall, Wärme oder Verformung um. Stöße zwischen sehr harten Objekten wie Billardkugeln oder Stahlkugeln sind jedoch äußerst nahe am elastischen Ideal.

Was passiert, wenn beide Objekte dieselbe Geschwindigkeit haben?

Wenn v1=v2v_1 = v_2, gibt es keine Relativbewegung zwischen den Objekten, also kommt es praktisch zu keinem Stoß. Die Endgeschwindigkeiten sind dann gleich den Anfangsgeschwindigkeiten.

Kann ich den Rechner auch für 2D-Stöße verwenden?

Dieser Rechner behandelt nur eindimensionale Stöße. Für elastische 2D-Stöße müssten die Geschwindigkeiten in Richtung der Stoßlinie und senkrecht dazu zerlegt werden.

Wie groß ist der Restitutionskoeffizient bei einem elastischen Stoß?

Für einen vollkommen elastischen Stoß gilt e=1e = 1. Das bedeutet, dass die relative Trennungsgeschwindigkeit betragsmäßig genauso groß ist wie die relative Annäherungsgeschwindigkeit.